| Herzklopfen bei Prüfung zwischen Zanderfilet und Panna Cotta | | Drucken | |
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Ostseezeitung vom 30. Juni 2010 - Regionalteil Ribnitz-Damgarten Margitta Sonnenberg "Sie werden platziert“, heißt es in Haus II des Bildungszentrum in Grünen Winkel gestern Mittag. Und das hat seinen guten Grund: Prüfung im Auftrag der Industrie- und Handelskammer. Mit aufmunternden Worten versucht Karsten Liefländer, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Nordvorpommern/ Rügen, der angehenden Kellnerin an seinem Tisch die Aufregung zu nehmen. Es gelingt. „Wir haben ja Übung“, sagt Liefländer und lobt genau wie sein Nebenmann, IHK-Ausbildungsleiter Holger Gülzow, am Ende der Zwei-Stunden-Prüfung, das „wunderbare Dreigängemenü und die Präsentation durch die Restaurantfachleute“ in spè. Torsten Laupichler vom Steigenberger Hotel Baltic in Stralsund genießt das Essen nur phasenweise. Aufmerksam schaut er zwischendurch zu den sechs Tischen, hat jede Bewegung, jede Unterhaltung der Auszubildenden im Blick. Und macht sich Notizen. Er ist einer der Juroren und ganz zufrieden mit dem Verlauf des Essens in der Pommernstube. Bei solchen Gelegenheiten, so gesteht er, schaut er auch mal nach Nachwuchs fürs eigene Team. „Dieses Jahr nicht. Und außerdem ist es jetzt schon zu spät für Einstellungen“. Marcel Bradhering (30) sieht das Prozedere im Lehrrestaurant Pommernstube sichtlich locker. Souverän stellt er die Getränke vor, plaudert mit den Gästen. Bisher hat er alle Ausbildungshürden genommen. Praktisch hat er sich von seinen ersten Beruf als Tischler längst verabschiedet, sein Arbeitsplatz im „Meeresbüfett“ im Ribnitzer Hafen ist sicher. Auch Uwe Schmirschke (29) hat seit drei Monaten einen Arbeitsplatz. Dajana Kühn (30) sucht noch. Sie hat ihrenTisch ganz im Zeichen der Fußballweltmeisterschaft dekoriert. Auch eine Vuvuzela liegt darauf. Das Lob ihrer Ausbilder hatte Christiane Höhn (34) schon vor der großen praktischen Prüfung weg. Die allein erziehende Mutter von drei Kinder habe sich wacker geschlagen, heißt es. „Ich war Gärtnerin, wer braucht die noch?“ Sie hofft, dass es mit einem Job nun auch klappt. „Ich weiß, dass ich trotzdem ersetzende Sozialhilfe in Anspruch nehmen muss“, ist sie sich der Situation im Gehaltsbereich der Gastronomie bewusst. „Bisher war ich drei Monate arbeitslos“, sagt sie und will damit deutlich machen, wie wichtig ihr eine Arbeit ist. Trotz und gerade wegen der Kinder. Die Gäste genießen indes die Speisen, die die sieben Kochlehrlinge gezaubert haben – Zanderfilet, Lammkeule, Panna Cotta. Adelheid Waurisch und Ulrike Diestel vom Berufbildungszentrum nebenan sind voll des Lobes und bedauern, dass ihr Unterricht weitergeht. Die Menükarten nehmen sie zur Erinnerung gerne mit. |

Mit aufmunternden Worten versucht Karsten Liefländer, Leiter der IHK-Geschäftsstelle Nordvorpommern/ Rügen, der angehenden Kellnerin an seinem Tisch die Aufregung zu nehmen. Es gelingt. „Wir haben ja Übung“, sagt Liefländer und lobt genau wie sein Nebenmann, IHK-Ausbildungsleiter Holger Gülzow, am Ende der Zwei-Stunden-Prüfung, das „wunderbare Dreigängemenü und die Präsentation durch die Restaurantfachleute“ in spè. Torsten Laupichler vom Steigenberger Hotel Baltic in Stralsund genießt das Essen nur phasenweise. Aufmerksam schaut er zwischendurch zu den sechs Tischen, hat jede Bewegung, jede Unterhaltung der Auszubildenden im Blick. Und macht sich Notizen. Er ist einer der Juroren und ganz zufrieden mit dem Verlauf des Essens in der Pommernstube. Bei solchen Gelegenheiten, so gesteht er, schaut er auch mal nach Nachwuchs fürs eigene Team. „Dieses Jahr nicht. Und außerdem ist es jetzt schon zu spät für Einstellungen“.
Marcel Bradhering (30) sieht das Prozedere im Lehrrestaurant Pommernstube sichtlich locker. Souverän stellt er die Getränke vor, plaudert mit den Gästen. Bisher hat er alle Ausbildungshürden genommen. Praktisch hat er sich von seinen ersten Beruf als Tischler längst verabschiedet, sein Arbeitsplatz im „Meeresbüfett“ im Ribnitzer Hafen ist sicher. Auch Uwe Schmirschke (29) hat seit drei Monaten einen Arbeitsplatz. Dajana Kühn (30) sucht noch. Sie hat ihrenTisch ganz im Zeichen der Fußballweltmeisterschaft dekoriert. Auch eine Vuvuzela liegt darauf. Das Lob ihrer Ausbilder hatte Christiane Höhn (34) schon vor der großen praktischen Prüfung weg. Die allein erziehende Mutter von drei Kinder habe sich wacker geschlagen, heißt es. „Ich war Gärtnerin, wer braucht die noch?“ Sie hofft, dass es mit einem Job nun auch klappt. „Ich weiß, dass ich trotzdem ersetzende Sozialhilfe in Anspruch nehmen muss“, ist sie sich der Situation im Gehaltsbereich der Gastronomie bewusst. „Bisher war ich drei Monate arbeitslos“, sagt sie und will damit deutlich machen, wie wichtig ihr eine Arbeit ist. Trotz und gerade wegen der Kinder.